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 Poesie des Alltags

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Meridan
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220611
BeitragPoesie des Alltags

Poesie des Alltags
Finale Version 22.06.2011 Copyright by Mike Müller


Sanft kräuselte sich der Rauch über den stolz emporragenden Schornsteinen. 100 Meter über dem Boden verflüchtigte sich dann der Rauch allmählich und tat seinen Beitrag zur guten Luft. Mein Blick glitt nach unten, wo sich die mächtige Kuppel mit ihrer perfekten Rundung erstreckte. Das AKW hatte aus dieser Perspektive etwas beruhigendes und schönes, es fügte sich perfekt in die Umgebung ein.

Die braunen Fluten des Flusses nahmen das Kühlwasser mit auf ihrer Reise; ließen es mitschwimmen. Der Fluss wand sich durch sein begradigtes Flussbett mit einer Eleganz, die nur von der, der bunten Autoschlange, die sich hustend und rauschend über die nahe Autobahn bewegte, übertroffen wurde.

Die Anmut, die die Einzelteile dieser Schlange ausstrahlten, suchte ihresgleichen. Ich folgte ihr, wollte erfahren, wo ihr Ziel lag. Und da sah ich es auch schon, die riesengroßen grauen Türme der Stadt, die sobald die Dunkelheit hereinbrechen würde die Umgebung in ein wundervolles Lichtermeer verwandeln würden.

Doch der Tag gehörte dem blauen Dunst, der die Stadt wie mit einem Schimmer umgab und langsam über der Stadt wogte. Einzig und allein durchstoßen von den riesigen weißen Flugzeugen, die der Stadt einen Besuch abstatteten. Sie starteten und landeten auf einem dieser wunderbar symmetrisch geformten Bahnen, die die Landschaft nahe der Stadt durchzogen.

Ich folgte einem dieser weißen Geschöpfe, auf seinem Weg durch die Wolken, weg von der Stadt. Hier oben war alles, seien es Berge, Wiesen oder Städte, so fern, aber dennoch von einer unvergleichlichen Schönheit. Das Land war von Straßen durchzogen, die von hier aus wie Adern aussahen, ein lebenserhaltendes System.

Der Flug ging weiter über einen großen Ozean, vereinzelt blitzten hier und da kleine Inseln, bebaut mit hübschen riesigen Bauten an den sonst so trostlosen Stränden. Aber ansonsten gab es kein Zeichen für Zivilisation.
Dann konnte ich wieder Land sehen, wieder durchzogen von Adern und mittendrin riesige Städte, Molochen gleich, die sich über das Land fraßen und alles mit ihrem bunten Treiben und ihren schillernden Lichtern überzogen. Moloche, die Leben verbreiteten, wo es ging.

Es war ein faszinierender Anblick, ich stieg noch höher, verließ die Atmosphäre und sah den Planeten vom Weltall aus, umschwirrt von silbernen Satelliten. Selbst hier, in der eisigen Kälte des Weltraums wurde Leben gesät.
Ich sah nur noch die grünblaue Kugel, ein wirklich schöner Planet. Ich könnte mir vorstellen, dass meiner einmal ähnlich ausgesehen hat, vor einigen tausend Jahren.

Schnell entfernte ich mich, wollte den neidisch machenden Anblick nicht länger ertragen müssen. Meine Geschwindigkeit nahm weiter zu und so näherte ich mich alsbald mit wahnwitziger Geschwindigkeit meinem Planeten. Nur noch ein Schatten seiner selbst, eine braune Wüste, die vielleicht einmal mit vergleichbarer Schönheit geglänzt hatte.
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Re: Poesie des Alltags
Beitrag am Fr Jun 24, 2011 8:36 pm von kenny
Traurig, schön und wahrscheinlich nicht so unwahr...
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Re: Poesie des Alltags
Beitrag am Fr Jun 24, 2011 10:15 pm von Meridan
Ja leider... is die erste meiner alten Geschichten, die ich für mein Buch mal überarbeitet habe...
es wächst und gedeiht gerade...
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Re: Poesie des Alltags
Beitrag am Sa Jun 25, 2011 12:18 am von kenny
*hehe*
ausgezeichnet!
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Re: Poesie des Alltags
Beitrag am Sa Jun 25, 2011 1:08 pm von Meridan
Ja so ist das, die Sommerferien sind noch lange ^^
Re: Poesie des Alltags
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